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Die grüne Druckerei - Bild einer Druckmaschine

Die grüne Druckerei

Die große Transformation zur Nachhaltigkeit hat begonnen. Auch in der Druck­branche. Doch was bedeutet es eigentlich, nachhaltig zu drucken? Welche Label und Faktoren sind wichtig? Was macht die grüne Druckerei anders? Wie unterscheidet sich echtes Engagement von reinem Green­washing?

In unsere neue Serie the future of print is green zeigen wir Euch, worauf es wirklich ankommt.

Hier kommt Teil 1: Die grüne Druckerei

Ganzheitlicher Ansatz

Die grüne Druckerei verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der alle Aspekte der Druck­herstellung berücksichtigt. Negative Aus­wirkungen auf Klima und Umwelt werden nicht nachträglich grün gewaschen, sondern von Anfang an aktiv und gezielt vermieden. Anstatt Einzel­maßnahmen wie klima­neutrales Drucken oder eine FSC®-Zertifizierung überproportional hervorzuheben, bündelt die grüne Druckerei alle Maß­nahmen in einem umfassenden Umwelt­programm. Sie arbeitet fortlaufend daran, die Umwelt­bilanz des Unternehmens und die Öko­bilanz der Druck­produkte zu verbessern.

Wand mit den Zertifikaten der Oeding print GmbH

Transparent und glaubwürdig

Die grüne Druckerei ist transparent und glaubwürdig. Sprich: Sie kann auf der Basis von Zahlen und Fakten nachweisen, dass Nachhaltigkeit im gesamten Unter­nehmen gelebt wird. Auf Unternehmens­seite werden im Rahmen eines zertifizierten Umwelt­management­systems alle relevanten Prozesse definiert. Gleichzeitig werden die wichtigsten Verbrauchs­werte, die sogenannten Kern­indikatoren, fortlaufend dokumentiert, bewertet und in Form einer Umwelt­erklärung veröffentlicht. Beispiele dafür sind Energie- und Material­einsatz, die Abfall­mengen und die Treibhausgas­emissionen. Unabhängige Expert:innen überprüfen in jährlichen Umwelt­audits die Umsetzung und die kontinuierliche Verbesserung der Kern­indikatoren.

Anerkannte Umweltzertifizierungen für Unternehmen:

  • EMAS (Eco-Management and Audit Scheme oder kurz EU-Öko-Audit)
  • ISO 14001 (Umweltmanagementsystem)
  • ISO 5001 (Energiemanagementsystem; bei KMUs ggf. in EMAS integriert)

Auf Produkt­seite kann die grüne Druckerei durch entsprechende Zertifizierungen nachweisen, dass das Druck­produkt umwelt- und klima­freundlich hergestellt wurde. Dabei stellen die verschiedenen Label unterschiedliche Anforderungen an die eingesetzten Materialien und den Herstellungs­prozess.

Anerkannte Produktzertifizierungen und Label sind:

  • Der Blaue Engel für Druckprodukte (DE-UZ 195)
  • Das V-Label für vegane Druckprodukte
  • Der Blaue Engel für Recyclingpapier (DE-UZ 14a)
  • Das FSC®-Logo für Papier aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft oder Recycling
  • Das PEFC™-Logo für Papier aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft oder Recycling
  • Der klimaneutrale Druckprozess
Energiegewinnung bei Oeding print durch Photovoltaik, Blockheizkraftwerk und Abwärmenutzung

Energieeinsatz und Energieeffizienz

Energie ist neben dem Papiereinsatz der wichtigste Faktor für eine nachhaltige Druckproduktion. Die grüne Druckerei setzt konsequent auf erneuerbare Energien. Bestenfalls kommt der Ökostrom aus Deutschland und wird zumindest teilweise direkt vor Ort durch Photovoltaik oder Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt.

Zusätzlich setzt die grüne Druckerei konsequent auf Energieeffizienz. Beispielsweise durch den Einsatz modernster Drucktechnik, LED-Beleuchtung und Wärmerückgewinnung im Produktionsprozess für die Heizung und Kühlung des Gebäudes. Elektromobilität ist für die grüne Druckerei ein weiterer Baustein im Energiekonzept.

Der Energieverbrauch wird als ein wesentlicher Kernindikator in der Umweltbilanz dokumentiert und hat einen direkten Einfluss auf die CO2-Bilanz des Unternehmens.

Materialien und Druckprozess

Papier

Papier hat neben dem Energie­einsatz den mit Abstand größten Einfluss auf die Öko- und CO2-Bilanz eines Druck­produktes. Die grüne Druckerei setzt deshalb auf eine umfassende Beratung, die bereits in der Planungs­phase beginnen sollte. Abhängig von den individuellen Anforderungen des End­produktes wird ein geeigneter Bedruckstoff ausgewählt. Recycling­papiere haben viele ökologische Vorteile und sollten deshalb immer die erste Wahl sein. Moderne Recycling­papiere sind hochwertig und eignen sich perfekt für die meisten Anwendungs­bereiche. Wenn anwendungsbedingt Frisch­faser zum Einsatz kommt, sollte es aus nachhaltiger Wald­wirtschaft stammen.

Farbwerk einer Druckmaschine

Farben, Lacke, Klebstoffe

Darüber hinaus setzt die grüne Druckerei standard­mäßig auf umwelt­freundliche Farben, Lacke und Kleb­stoffe, die idealer­weise für die Verwendung mit dem Blauen Engel zugelassen sind. Damit ist sicher­gestellt, dass diese Materialien keine umwelt- oder gesundheits­schädlichen Inhalts­stoffe enthalten und im Recycling­prozess problemlos zu entfernen sind. Die Druck­farben sind mineralöl­frei und basieren auf Pflanzen-ölen.

Alle weiteren im Herstellungs­prozess eingesetzten Druck- und Hilfs­mittel sollten standard­mäßig die Kriterien des Blauen Engel erfüllen. Dazu gehören beispielsweise Auswasch­lösungen für die Druckplatten­belichtung sowie Feucht-, Wasch- und Reinigungs­mittel. Der Einsatz von flüchtigen organischen Lösungs­mitteln (VOCs) wird auf ein Minimum reduziert und im Druck­prozess auf den Einsatz von Isopropylalkohol verzichtet.

Bilder aus dem Papierrecycling-Prozess

Recyclingfähigkeit

Ein oft vernachlässigter Aspekt ist die Recycling­fähigkeit des Druck­produktes. Einer der großen Vorteile von Print ist der gut funktionierende Papier­kreislauf. Aktuell landen in Deutschland über 80% aller grafischen Papiere im Alt­papier. Damit daraus am Ende wieder hoch­wertiges Recycling­papier wird, müssen sich Druck­farben, Lacke, Kleb­stoffe und sonstige Beschichtungs­mittel bestmöglich vom Papier trennen lassen. Die grüne Druckerei garantiert, dass sie ihre Standard­materialien in einem Prüf­labor nach der INGEDE-Methode 11 und 12 auf Entfernbar­keit überprüfen lässt.

Ausschuss vermeiden

Unnötigen Aus­schuss zu vermeiden beginnt für die grüne Druckerei nicht erst an der Druck­maschine, sondern bereits in der Planungs­phase des Druck­produktes. Durch umfassende Beratung lässt sich der Einsatz von Papier und Energie bereits im Vorfeld optimieren. Dafür werden Auflagen­höhe, Format und Seiten­umfang sowie Grammatur und Volumen optimal aufeinander abgestimmt. Das ist gut für Umwelt, Klima und das Budget.

In unseren 10 Praxis-Tipps für nachhaltiges Drucken haben wir weitere Details kompakt für Euch zusammengefasst.

Jetzt seid Ihr dran

Habt Ihr Fragen zu nachhaltigen und klima-neutralen Druck­produkten? Sprecht einfach persönlich mit einem unserer Kunden-Berater. Zusätzlich bieten wir Euch Webinare zum Thema klima- und umwelt­bewusstes Drucken und 10 Praxis­tipps zum kostenlosen Download an.