Junge Frau mit freudig-überraschtem Gesichtsausdruck blickt auf ein V-Label für vegane Produkte

Tierisch gut gedruckt!

Der vegane Lebensstil ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Immer mehr Menschen entscheiden sich bewusst, keine tierischen Produkte zu konsumieren. Dabei denken wir zunächst oft an Lebensmittel. Doch auch in vielen weiteren Alltagsprodukten verstecken sich tierische Bestandteile. Auch in Druckprodukten.

Vor etwa drei Jahren häuften sich die kritischen Anfragen in Bezug auf Druckfarben und Klebstoffe. Einige unserer Mitbewerber machen es sich relativ einfach, deklarieren ihre Pflanzenölfarben kurzerhand als vegan und verweisen auf die Verwendung von synthetischen PUR Klebstoffen bei der buchbinderischen Verarbeitung. Wir haben uns entschieden, das Thema ernst zu nehmen und der Sache auf den Grund zu gehen.

Mangelnde Transparenz

Nach anfänglichen Ansätzen allein über Herstellererklärungen zu arbeiten, mussten wir erkennen, wie komplex das Thema von tierischen Inhaltsstoffen in der Praxis wirklich ist. Sie verstecken sich oft hinter kryptischen Bezeichnungen oder sind in den Produktionsprozessen nur schwer nachzuweisen. Auf unsere Nachfragen bei Lieferanten und Herstellern gab es schnelle Lippenbekenntnisse, doch wenige belastbare Fakten.

An diesem Punkt haben wir uns für eine Zusammenarbeit mit den Profis von ProVeg e.V. entschieden. Der Zertifizierungsstelle für das bekannte gelb-grüne V-Label.

Tierische Inhaltsstoffe in Drucksachen

Im Rahmen einer Besichtigung unserer Druckerei wurde zunächst der Herstellungsprozess eines Druckproduktes im Detail analysiert und darauf aufbauend Prüf- und Vergabekriterien definiert. Diese wurden anschließend an die Hersteller zur Stellungnahme übergeben. Im Fokus standen:

  • Papiere: bestehen aus weit mehr als pflanzlichem Zellstoff. Leime, die die Nassfestigkeit erhöhen oder Binde- und weitere Hilfsmittel für die Oberflächenveredelung von gestrichenen Papiersorten, können Gelatine (Tierhäute und Knochen), Kasein (Milchprotein) und weitere Stoffe tierischen Ursprungs enthalten
  • Druckfarben und Digitaldrucktoner: hier können Bindemittel und Additive tierische Fette und in Ausnahmefällen Bienenwachse enthalten. Einigen Sonderfarben können Fette und Farbpigmente tierischen Ursprungs enthalten
  • Dispersionslacke: sind bis auf wenige Ausnahmen synthetisch. In einigen wenigen Fällen wird immer noch Schellack (Lackschildlaus) zugesetzt
  • Klebstoffe: können u.a. Gallerte (Tierhäuten), Glutin (Gelatine/Knochen) und Kasein (Milchprotein) enthalten

Betrachtet wurden zusätzlich alle Druckhilfsmittel, die im Herstellungsprozess in direkten Kontakt mit dem Druckprodukt kommen und in Teilen in dieses übergehen könnten:

  • Auswaschlösungen/Gummierungen der Druckplatten
  • Feuchtmittelzusätze in den Druckwerken
  • Druckpuder

Erfolgreicher Zertifizierungsprozess

Es folgte ein intensiver Dialog, oft direkt mit den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Unternehmen, den wir dank der vorbildlichen Unterstützung der Experten*innen von ProVeg e.V. nach fast 12 Monaten erfolgreich abschließen konnten.

Neben den erforderlichen Nachweisen zu Inhaltsstoffen haben alle Hersteller bestätigt, dass keine Tierversuche durchgeführt wurden. Diese Aussage bezieht sich auf das Produkt, nicht aber auf mögliche Inhaltsstoffe in der vorgelagerten Lieferkette.

Hier finden Sie Details zum V-Labels

Erste Druckerei mit V-Label

Aktuell können wir als erste und bisher einzige Druckerei in Europa ein gesamtes Druckprodukt mit dem V-Label als vegan zertifizieren. Folgende Produktkategorien sind möglich:

  • Zeitschriften, Magazine, Broschüren, Kataloge, Bücher (Softcover, Hardcover nur in kleinen Auflagenhöhen), Kalender, Prospekte, Flyer, Poster, Plakate, Werbebeilagen und personalisierte Mailings/Selfmailer
Grün-gelbes V-Label zur Kennzeichnung veganer Produkte

Eine Kennzeichnung des Druckproduktes mit dem bekannten V-Label ist problemlos möglich. Der dafür erforderliche Freigabeprozess dauert in der Regel weniger als einen Tag. Das Label ist allgemein anerkannt und garantiert Transparenz und Glaubwürdigkeit.

Damit haben Überzeugungstäter und alle Akteure der veganen Bewegung zum ersten Mal die Möglichkeit, auch bei ihrer Print-Kommunikation konsequent tierische Inhaltsstoffe und Tierleid zu vermeiden.

Aktuelle Produktbeispiele sind eine Reihe von veganen Kochbüchern und das neue Magazin Vegan en Vogue von Lea Green.

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